Montag, 10. Januar 2011

Alle Karten beisammen?

Wall of text! ;)
Viele Bilder gibts heute leider nicht. Ich wollte ursprünglich noch am Rande der Stadt spazieren gehen, aber da es heute geschneit hat und auch der Wind gegangen ist, habe ich das verschoben.

Ich bin schon um 6:00 aufgestanden um trotz einer Übung um 8:15 noch Frühstücken zu können. Kein Problem, ich schlafe ohnehin nicht gut. Nach Frühstück und letzten Vorbereitungen (Wegsuche, etc.) habe ich mich auf den Weg zum Bus gemacht. Der hat längere Zeit auf sich warten lassen. Als endlich der erste Bus kam, dachte ich schon, ich hätte keinen Platz darin, aber es haben sich noch alle Personen an der Busstation hinein quetschen können. Während der Fahrt dachte ich mir: "Ist das die richtige Strecke? Irgendwie kommt mir das nicht so bekannt vor ... Wo muss ich denn aussteigen? Dauert aber schon ungewöhnlich lange ..." Glücklicherweise ist das "Studentersamfundet" auch im Dunklen leicht zu erkennen und ich konnte noch rechtzeitig aussteigen. Das "Studentersamfundet" liegt nach dem Campus, dort fahren beide Buslinien, die vom Studentby weg fahren, vorbei. Ich hatte den falschen Bus genommen und musste nun ein Stück den Berg hinauf zum Campus gehen.

Von der Richtung, aus der ich kam, bin ich am alten NTNU Gebäude vorbei gekommen. Es sieht angeblich aus wie aus Harry Potter, sowohl außen als auch innen. Beleuchtet erweckt es den Eindruck eines Spuk-Hauses. Ich wollte ein schönes Foto davon machen, konnte mir aber leider nicht die Zeit nehmen eine Fixierung für die Kamera zu finden, da ich durch den falschen Bus schon spät dran war.

Nach einiger Zeit herum irren am Campus habe ich mir das letzte Stück Weg zum richtigen Gebäude erklären lassen und bin zum Hörsaal geeilt. Leider alle Eile umsonst, obwohl ich Punkt 8:15 dort angekommen bin, war niemand anwesend. Nachdem ich vergebens 5 Minuten gewartet habe, bin ich zum nächsten Punkt an der Tagesordnung über gegangen: Studenten-ID holen. Eine Semesterkarte für die NTNU habe ich ja schon abgeholt, nun fehlte aber noch eine ID-Karte mit Foto. Das Foto wurde direkt bei der Kartenabholung gemacht, die EU-konformen Fotos, die ich in Wien extra noch gemacht habe, habe ich nun auch nicht benötigt.

Mit der Studenten-ID und der Semesterkarte kann man sich einen Usernamen und einen Passwort für den Zugriff aufs Internet holen. Der gilt für das NTNU Netz und die E-Learning Plattform - nicht zu verwechseln mit der 11-Stelligen ID und dem PIN-Code, mit dem man sich für Kurse und Prüfungen registrieren kann ... Da das Office, das für den Internetzugriff zuständig ist, noch nicht offen hatte, bin ich mit einem anderen Austauschstudenten, der sich ebenfalls gerade seine ID-Card geholt hatte, zur nächsten Post-Station gegangen (bzw. geführt worden ^^). Zuerst hätten wir sie beinahe nicht gefunden: Die Post-Station besteht aus einem Mini-Schalter in einem Supermarkt. Dort wollte ich meine Adresse registrieren lassen, damit ich Post empfangen kann. Normal muss man seine Personen-ID in das Formular eintragen, da ich aber keine habe und auch keine brauche (weniger als 6 Monate in Norwegen), sollte ich meine ID aus meinem Heimatland aufschreiben. Soweit ich weiß, haben wir keine ID und die Sozialversicherungsnummer war dem Mitarbeiter auch nicht recht. Nach viel Diskussion hat er sich schließlich mit meinem Pass und meinem Geburtsdatum zufrieden gegeben. Er wollte auch die ausstellende Behörde notieren, was Ewigkeiten gedauert hat, da er mit dem Abschreiben von: "Bezirkshauptmannschaft St. Pölten" so seine Probleme hatte. Zu seinem Glück (und auch zu meinem, immerhin stand ich dort schon lange genug herum) war in dem Feld eh nicht genug Platz ...

In etwa 5 Tagen sollte ich dann Post empfangen können. Internetzugang ist auch erledigt und am Abend habe ich mir auch eine Chess-SIM-Karte geholt. Ich bin heute viel herum gerannt auf der Suche nach einem Bankomaten, aber als ich dann endlich nach 3 Wegbeschreibungen bei dem Ding angekommen bin, musste ich fest stellen, dass er nicht funktioniert. Um die SIM-Karte bezahlen zu können habe ich mir etwas von meiner Mitbewohnerin ausborgen müssen. In meinem Handy ist nun die norwegische SIM-Karte, also bin ich im Moment nicht auf meiner österreichischen Nummer erreichbar.

Hier mal ein Foto von all den Karten, die ich etweder für, oder in Trondheim erhalten habe:




Internationaler Studentenausweis, Semesterkarte der NTNU, ID-Karte der NTNU, Karte für das Sportzentrum der NTNU, Buskarte und Waschkarte - ich hoffe das wars jetzt. Mein Geldbörsel wurde um Geld erleichtert und statt dessen mit Karten ausgestopft.

Um noch einmal auf mein Geld-Problem zurück zu kommen: Als ich das letzte Mal einkaufen war, wollte ich mit Kreditkarte zahlen, die Verkäuferin meinte aber, sie nehmen keine MasterCard. Zuerst habe ich mich geärgert, da ich weiß, dass sie Visa nehmen und ich mich zwischen diesen beiden Karten entscheiden konnte. Angeblich wären beiden Karten ziemlich gleich und würden auch beide gleichermaßen akzeptiert werden, daher habe ich mir über die Wahl keine Gedanken gemacht. Als ich mein Problem heute einer anderen Studentin vorgetragen habe, meinte sie, ihre MasterCard hätten sie schon genommen ... Das nächste Mal bestehe ich darauf!

Meine erste Miete muss ich auch bezahlen, ich bin noch am überlegen ob ich alles auf einmal überweisen soll. Das kommt vielleicht billiger, als jedes Monat eine extra Überweisung zu machen. Oder ich lasse jemanden mit norwegischem Konto überweisen, angeblich ist das auch billiger, ich frage mich aber, ob das einen großen Unterschied macht? Morgen nach meiner Vorlesung fahre ich auf jedem Fall in die Stadt und suche dort einen funktionierenden Automaten ...

Samstag, 8. Januar 2011

Barbecue

Wir haben uns gestern unsere Stundent ID Card der NTNU abholen können. Danach gab es ein Barbecue vor dem International Office. Es gab Hamburger, Fishburger und Pølse med Lompe. Letztes ist im Prinzip ein kleines Würstchen mit Ketchup/Saucen(n) eingewickelt in etwas Wrap-Ähnliches und scheint das Standard-Barbecue-Essen zu sein. Norwegen ist angeblich das Land, das am meisten Würstchen isst. 45 mil kg Pølse sollen jedes Jahr min. gegessen werden (Quelle: mylittlenorway.com). Anschließend an das Barbecue gab es eine Schneemann-Wettbewerb. Es ist kalt und selbst wenn die Sonne einmal den Boden erreicht, wärmt sie nicht wirklich. Der Schnee ist überhaupt nicht klebrig und die Schneemänner wurden deshalb mehr aus bereits vorhandenen Eisbrocken gebaut.






Danch haben viele den bereitstehenden Bus zum größten Schwimmbad der Stadt genommen. Ich habe mich 2en angeschlossen, die sich auf den Weg zum Sportcenter gemacht haben. Wir haben die Semestergebühr bezahlt und danach den Weg zurück nach Moholt zu Fuß angetreten. Wir waren eine halbe Stunde oder etwas länger unterwegs, es ging die ganze Zeit bergauf an vielen schönen Häusern vorbei.





Gestern Abend gab es dann noch eine Party mit billigem Bier, die gestopft voll war.

Ich habe erfahren, dass es im Supermarkt eine Brotschneidemaschine gibt. Da legt man den ganzen Laib Brot hinein und es wird geschnitten. Das nächste Mal wenn ich Brot kaufe werde ich die Maschine auf jeden Fall benutzen, es ist anstrengend das Brot mit einem Messer zu schneiden, wenn es außen schon etwas hart ist.

Hier noch einmal der Blick aus meinem Fenster am Abend:

Donnerstag, 6. Januar 2011

Unterkunft in Moholt Kragsvei

Also hier einmal 1 Foto von meinem Zimmer:
Hinter dem Regal ist ein Kasten mit 2 Türen an der rechten Wand. Das 10m-Netzwerkkabel musste ich kaufen, damit ich ein Kabel habe, das lang genug ist um von der Türe - von der aus das Foto gemacht wurde - bis zur linken Seite des Laptops am Schreibtisch zu reichen und außerdem keine Stolperleine quer durchs Zimmer bildet.

Die Küche:
 Die rechte Türe führt in mein Zimmer:
 Jeweils 2 Zimmer teilen sich einen Kühlschrank. Da das Zimmer neben mir frei ist, habe ich im Moment einen Kühlschrank alleine. Die Tür rechts von den Kühlschränken führt ins Stiegenhaus:
Die Tür links von den Kühlschränken führt ins Bad:

Es ist alles schön auf 4 Personen ausgerichtet. Jeweils 2 Türen bei den beiden Waschbecken, in der Dusche auch 4 Körbchen für Duschzeug. Nicht am Foto ist das WC rechts von der Dusche, das man extra absperren kann.

Wie ich heute erfahren habe, haben alle den gleichen Kritikpunkt an der Heizung:
Die Heizung heizt nur 3 Stunden am Stück und muss dann neu eingeschalten werden -> Wenn man länger weg bleibt ist es kalt im Zimmer wenn man zurück kommt. In der Nacht wachen die meisten auf und drehen die Heizung wieder auf.

Ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob ich es gut oder schlecht finden soll, dass die Heizung direkt unter dem Schreibtisch ist. Einerseits bläst es schön warme Luft auf die Beine, andererseits bläst es auch so trockene, warme Luft zum Gesicht, wodurch man sich schnell ausgetrocknet fühlt.Ich hab jetzt schon ein paar mal das Fenster gekippt, um bessere Luft atmen zu können. Wirklich kalt wird es eh nicht so schnell, wenn die Heizung gerade voll aufgedreht ist.

Da ich keine Schreibtisch-Lampe habe, habe ich mir Kerzen und Streichhölzer gekauft. So habe ich auch noch ein bisschen Licht, wenn ich den Laptop am Abend mit ins Bett nehme (dort ist es auch warm, aber die Luft besser - aber der Polster ist zu klein zum gemütlichen anlehnen =/ ) und muss dann nicht noch einmal aufstehen um das Licht abzudrehen.

Am Schreibtisch habe ich im Moment gar kein extra Licht. Vielleicht ist eine Schreibtischlampe unter den Sachen, die mir da gelassen wurden. Ein Wasserkocher wäre auch praktisch ...

(Damit es niemand übersieht: heute gabs 2 Eintrage!)

Orientierungstag 1

Heute war der 1. Orientierungstag. Meeting war um 12.00, davor gabs noch Cookies zum Frühstück, die die Spanierinnen besorgt haben. Wir sind dann zusammen zum Campus "Gløshaugen" aufgebrochen. Die Information war interessant und abwechslungsreich gestaltet, der Moderator sehr unterhaltsam. Er meinte, die meisten Universitäten zeigen ein Video um ihre Universität zu präsentieren und anzupreisen, mit Fotos von glücklichen Studenten, die über den Campus springen. Aber danach würde sich eh niemand an den Inhalt erinnern, daher gibt es ein 31 Sekunden langes Video der NTNU, denn sie denken, sie können alle in diesen 31 Sekungen überzeugen. Wir bekamen folgendes Video zu sehen:

"It's in your mind!"

Anschließend wurde erklärt, dass für jedem NTNU Studenten draußen ein Pferd bereit steht. Auf der Karte mit den Gebäuden der NTNU wurde uns gezeigt, dass man es auch braucht um die Distanzen zurück zu legen. Gesehen hätte ich noch keine ... ;)

Als eklärt wurde, dass die Norweger nicht sofort aufgeschlossen sind, wurde folgendes Beispiel heran gezogen: "Wenn man in Paris mit einer Straßenkarte an der Ecke steht, ist man gleich von einigen Leuten umringt, die fragen, ob sie einem helfen können. In Norwegen muss man selbst auf die Leute zu gehen, sonst passiert gar nichts." - ähm ... die Aussage muss auf übertriebenen Vorurteilen über Franzosen beruhen. Oo Sogar der Franzose den ich später darauf angesprochen habe meinte, dass das sicher nicht der Fall wäre ...

Zwischendurch wurden wir von der 2-Mann-Band "2/3 Harakiri" unterhalten (die mal zu 3. waren). Der Sänger hat eine unglaublich gute Stimme, sehr faszinierend. Sie haben unter anderem ein Schwedisches Lied gespielt.

Nach der Information über sämtliche Studentenorganisationen und was wir noch an Zettelzeug erledigen müssen, gings mit einem Bus weiter zum "Interactive center of science and technology". Neben dem Durchführen der dort beschriebenen Experimenten war das eine gute Gelegenheit um mit unterschiedlichen Leuten ins Gespräch zu kommen. Es sind viele Deutsche dort und ich hab sogar eine aus St. Pölten kennen gelernt.

Nächste Station war Egons Pizzeria. Jeder hat einen Geränkegutschein für ein "mittleres" Getränk bekommen, auf jeden Tisch sind große Pizzen geliefert worden und Tee oder Kaffee gab es ebenfalls zu holen (alles gratis für uns!). Ich habe mich auf einen großen Tisch gesetzt und bin dort, wie sich heraus gestellt hat, bei 4 Franzosen, 2 Schweizerinnen und einem Slowaken (der im Bus schon neben mir saß, aber so schlecht Englisch spricht, dass er sich kaum traut einen Satz zu beginnen) gelandet. Endlich mal nette Franzosen kennen gelernt! Zwar nicht in/aus Paris, aber immerhin ... Die haben sich auch alle an den gemeinschaftlichen Gesprächen beteiligt, im Gegensatz zu den Spanierinnen, die fast dauernd Spanisch reden und mir nur ab und zu einen Satz Englisch hin werfen. Aber das liegt wohl auch an deren Sprachkenntnissen, die Franzosen dort sprachen eindeutig besseres Englisch. Beim Ausgang haben wir uns noch einen gratis Regenschutz geschnappt und sind dann zuerst zum Hauptbahnhof gegangen, damit sie sich ein Busticket kaufen können und danach zum großen Einkaufszentrum "Trondheim Torg".

Voll beladen haben wir danach länger auf den Bus warten müssen. Wenn man in den Bus steigt, muss man das Busticket an den Automaten halten, wie eine Schikarte. Der Automat ist direkt neben dem Busfahrer und irgendwie hat meine Karte heute morgen nicht funktioniert ... der Busfahrer hat mich dann darauf aufmerksam gemacht, dass ich die falsche Karte verwende ... ja, die Waschkarte ist natürlich nicht für den Bus nutzbar ... zu viele neue Karten. >.<'

Morgen gibt es Barbecue im Schnee, da heißt es warm anziehen. Norwegen lieben Barbecue, es gibt auch Wegwerfgriller zu kaufen, bei den Müllcontainern steht ein extra Mistkübel für Wegwerfgriller. Um nochmal zum Wetter zu kommen ... bei der Informationsveranstaltung wurde uns eklärt, dass der Wetterbericht oft nicht stimmt und die Leute die den erstellen daher einfach alles zusammen auf eine Karte packen - dazu ein Bild einer Wetterkarte mit einem Wolken-Sonne-Schnee Symbol und gleich ein Stück weiter ein Wolken-Sonne-Regen Symbol ;) - aber morgen gibts Barbecue, egal bei welchem Wetter.

(Ich verwechsle beim Schreiben dauernd Buchstaben -> Verbliebene Fehler dürfen behalten werden, statt nochmal durchlesen verfass ich lieber noch einen Post mit Bildern von meinem Zimmer ;) )

Mittwoch, 5. Januar 2011

Residence Permit - Trondheim

Wir haben gestern Abend noch eine weitere Mitbewohnerin bekommen: Maria aus Spanien. Sie ist mit Freunden hier und wir haben noch nicht viel Zeit mit ihr verbracht. Ihr Englisch finde ich ziemlich schwer zu verstehen. Vielleicht gehe ich morgen zusammen mit ihr und ihren Freunden zum Orientierungstag.

Heute bin ich schon um 8 nach 7 aufgestanden und habe mich kurz darauf auf den Weg zur Busstation gemacht. Der erste Bus der kam war der 36er um 7:40. Eigentlich wollte ich den 5er nehmen, aber da alle die an der Station standen, eingestiegen sind, habe ich nach gefragt und auch diesen Bus genommen. Er fährt zur gleichen Endstation, nur einen anderen Bogen. Der, den ich gefragt habe, ob ich mit diesem Bus ebenfalls zur Polizeistation komme, hat mich kurz vor der letzten Station noch gefragt, ob ich den Weg kenne und mir erklärt, in welche Richtung der Hauptbahnhof liegt. Jonathan hat mir gestern den Hauptbahnhof gezeigt, von dort fiel es mir leicht zur Polizeistation zu finden.

Kurz nach 8 war ich dort und habe mir ein Ticket geholt. Da die Immigration-Abteilung erst um 9 aufsperrt, bin ich danach ein wenig in der näheren Umgebung spazieren gegangen und habe einige Fotos gemacht. Glücklicherweise gab es viele Brücken oder Pflöcke, die ich nutzen konnte um die Kamera aufzulegen. Leider sind trotzdem viele Fotos unscharf oder verwackelt. (Es ist auch blöd auf einer Brücke zu stehen mit der Kamera am Geländer und zu warten, bis die Ampel rot ist, damit kein Auto die Brücke zittern lässt ... ^^) Hier mal ein paar der besseren:




Mit meinem Ticket war ich die 10. Person an dem Tag, aber die einzelnen Tickets wurden nicht so schnell abgefertigt wie es beim Busticket-Kauf der Fall war, ich habe also trotzdem längere Zeit warten müssen. Als ich dann mit ausgefülltem Formular zum Schalter gegangen bin, wurde mir gesagt, dass Leute aus der EU sich online registrieren müssen anstatt das Formular auszufüllen. Ich sollte das bei dem PC um die Ecke erledigen und danach zurück kommen. Leider konnte ich mich nicht registrieren, da ich zum aktivieren des Accounts meine E-Mail-Adresse bestätigen musste und die GMX-Seite dort gesperrt war. Die Dame am Schalter war aber so nett und hat mein ausgefülltes Formular dann doch angenommen und kurze Zeit später habe ich eine (unbegrenzte) Aufenthaltsbewillung bekommen und wurde mit einer Map zum Tax Office ausgestattet. Dort sollte ich mir eine ID holen. Das hatte ich zwar nicht geplant, weil man die nicht unbedingt benötigt, wenn man kein Bankkonto eröffnen oder arbeiten möchte, aber da ich hin geschickt wurde, habe ich mich auf den Weg gemacht. In Umwegen und viele Fotos später bin ich dort endlich angekommen und habe erfahren, dass man dort nur eine ID bekommen, wenn man länger als 6 Monate bleibt. Eine temporäre ID muss man sich von der Bank geben lassen. Naja, die längste Strecke des Weges bin ich zwar umsonst gegangen, aber zumindest habe ich eine sehr nette Straße entdeckt, mit vielen dieser schönen bunten Häusern und noch schönerer Aussicht ans andere Ufer. Ich habe versucht ein Panorama-Foto zusammen zu stellen, leider sieht es nicht sehr homogen aus. Ich füge es trotzdem hinzu, weil ich die Aussicht dort so toll fand. ;) Auch an der Bibliothek bin ich vorbei gekommen.



(Panorama Update, jetzt automatisch erstellt und hübscher ^^)

Als ich zurück gekommen bin war ich noch einkaufen und den Rest des Tages habe ich müde in meinem Zimmer verbracht. Jonathan hat mir einige Fotos von seiner Heimat (Sambia) gezeigt, auch tolle Fotos von den Victoriafällen und einer Safaria. Ist sicher einen Ausflug wert dort hin zu fahren ... ;)

Dienstag, 4. Januar 2011

Ankunft und Trondheim

Ich bin noch nicht ganz 24 Stunden hier, auch wenn es sich länger anfühlt. Aber von Anfang an ...

Am 3. Jänner bin ich kurz nach 8 aufgestanden und habe die letzten Vorbereitungen vor dem Abflug getroffen. Dazu gehörte unter anderem ein Anruf bei SIT um in Erfahrung zu bringen, ob ich eine Keybox bekommen habe. Da ich außerhalb der Öffnungszeiten der Rezeption angekommen bin, habe ich eine angefordert um meinen Schlüssel noch am gleichen Abend abholen zu können. Obwohl ich am 11.12. eine E-Mail geschickt habe, die ich etwa 2 Wochen später noch einmal geschickt habe, habe ich keine Antwort bekommen. Nach mehrmaligen Anrufen hatte ich glücklicherweise meinen Keybox PIN. Die Mails sind bei mir im Spam-Ordner gelandet. (Ich schau den zwar durch, aber weder der Name noch der Betreff "VS: Schwab 3.1" wirkten auf mich "normal" genug um die Mail genauer zu betrachten.)

Meine Mutter und meine Schwester sind kurz nach 10 bei mir angekommen und wir sind etwas später zum Flughafen aufgebrochen. Koffer abgeben, Geld wechseln, Mozartkugeln kaufen, ein gemeinsames Essen, danach hieß es Abschied nehmen. Schnell noch ein kleines Wörterbuch kaufen und ab zum Gate. Wartezeit hatte ich die ganze Reise über keine (außer in Schlangen natürlich). Auch in Oslo, ist sich alles genau ausgegangen, ich habs gerade noch geschafft mir ein Sandwich zu kaufen, als ich zum Gate kam hatte das Boarding für den Anschlussflug schon wieder begonnen. Als ich auf meine Koffer in Oslo gewartet habe, ist mir die Linie aufgefallen:
Die meisten haben sich daran gehalten und das Koffer holen war dadurch weniger stressig als sonst. Man konnte den Koffer auch ohne Drängeln neben dem Band verfolgen. Sonst stehen meistens alle sehr nah am Band.
In Trondheim habe ich meine Koffer durch den Schnee zum nächsten Taxi gezogen und danach bange das Taxometer beobachtet. Ich hatte mir eingebildet irgendwo stand die Fahrt würde ca. 300 NOK kosten, es waren dann aber fast 700 NOK ( 90 €). Dafür wurde ich direkt vor der Rezeption abgesetzt. In der Keybox war außer dem Schlüssel noch eine Karte von Moholt, in der der Weg zu meinem Zimmer eingezeichnet war. Leider fiel es mir schwer mich zu orientieren und ich wusste nicht, in welche Richtung ich mich wenden muss um der eingezeichneten Straße zu folgen, Straßennamen waren auch nicht eingezeichnet. Nachdem ich ein (kleines) Stück in jede Richtung gegangen bin, (ich habe mich schon wie ein Zugpferd gefühlt) habe ich ein Auto aufgehalten und nach dem Weg gefragt. Ich musste auf die andere Seite der Hauptstraße ... meine Hand tat weh, beide Koffer in einer ziehen ging kaum, ich war schon schweißgebadet und hab oft Verschnaufpausen eingelegt. Ein deutscher Student, der am gleichen Tag, aber schon in der Früh angekommen ist und gerade mit seinem Vater spazieren war, hat mir dann mehr als die Hälfte des Weges einen Koffer getragen und beim Weg finden geholfen. (Danke!)

Die letzte Hürde, beide Koffer in den 3. Stock zu tragen, habe ich auch noch irgendwie hinter mich gebracht und dann war ich endlich in meiner Unterkunft für die nächsten 5 Monate. Kurz nachdem ich die Tür geöffnet habe wurde ich auch schon mit einem überraschten: "Oh, hello!" begrüßt. Jonathan aus Afrika ist im Moment mein einziger Mitbewohner. Er meint er wohnt schon seit 1 1/2 Jahren hier (er macht seinen Master hier) und weil im Sommersemester eher weniger Leute kommen hat er erwartet, dass er dieses Semester ganz alleine in dem Apartment wohnt. Er hat mir Bettzeug gegeben, das vorige Mitbewohner zurück gelassen haben, mir gleich erklärt wie die Heizung funktioniert, ich hab ein Netzwerkkabel von ihm bekommen, das ich mir ausborgen konnte und in der Küche sind auch genügend Teller, Besteck, Pfannen ... vorhanden.Ich scheine eines der beiden angenehmeren (leiseren) Zimmer zu haben. In seinem Zimmer hört man wenn jemand im Stiegenhaus ist und in dem Zimmer neben mir hört man wenn jemand bei uns oder über uns das Bad benutzt. Unser Haus liegt ein gutes Stück von der Straße entfernt, es ist sehr ruhig. Die Aussicht von meinem Fenster aus:
Ich mag die Aussicht. Es kommen hier auch ab und zu Leute vorbei, mit Bob und Kind, mit Hund, mit Rad ... wenn ich am Schreibtisch sitze schaue ich direkt aus dem Fenster. Das Foto habe ich übrigends heute morgen um dreiviertel 10 gemacht. Es ist um die Uhrzeit zwar nicht dunkel, aber auch nicht hell, die Sonne ist nicht zu sehen. Vor allem wenn die Vorhänge zu sind ist es dunkel im Zimmer und nicht sehr motivierend auf zu stehen. Geschlafen habe ich nicht so schlecht. Gestern Abend habe ich sehr viel Zeit damit verbracht den Schaumstoff im Überzug, der auf der Matraze liegt und wohl dafür sorgt, dass man die Federn nicht spürt, zu richten. Der Schaumstoff ist zu groß für den Überzug und war ganz faltig ... wie konnte da jemand drauf schlafen? Schlussendlich habe ich die Falten auf den Rand beschränkt und sie beim Liegen nicht mehr gespürt. In der Nacht bin ich einmal aufgestanden um die Heizung einzuschalten. Leider schaltet die sich nach 3 Stunden wieder automatisch aus und man muss neu einschalten.

Heute morgen wollte ich gleich einkaufen gehen und danach Frühstücken, aber Jonathan hat mich mit Brot, Margarine und Marmelade versorgt, also haben wir zusammen gefrühstückt und sind dann gemeinsam weg gegangen. Zuerst zur Rezeption, die aber leider noch zu hatte, dann einkaufen in den Rema 1000 Markt. Auch ein Plastiksackerl konnte ich mir dafür ausborgen. Ich habe um 296.50 Lebensmittel gekauft, 300 Kronen her gegeben und nichts zurück bekommen. Zuerst dachte ich, dass ich womöglich nur Rückgeld gibt, wenn mehr Differenz bleibt, aber dann habe ich gelernt, dass es einen Rückgeldautomaten gibt. Man gibt das Geld also dem Kassier und das Rückgeld fällt dann aus dem Automaten bei der Kasse - interessant. Der einzige normale Honig war in einer sehr kleinen Plastikflasche und hat 44.50 (5,7 €) gekostet, ich werde wohl sparsam damit umgehen und habe mir dafür ein halbes Kilo Glas Marmelade mit genommen. Ich habe ein Kilo Brot gekauft, das ist einerseits billiger, andererseits weiß ich gar nicht, ob es dort ein halbes Kilo gegeben hätte. Das Brot lagert jetzt im Kühlschrank, damit es länger hält. Wieder etwas dazu gelernt.

Um 11 waren die Straßenlaternen schon abgedreht und Spuren von Sonne sichtbar:




Angeblich ist Dienstag ein toller Tag um auf die Polizeistation zu gehen und ein Resident Permit zu beantragen. Jonathan hat sich auch wieder gleich bereit erklärt mit zu kommen, also zuerst noch einmal zur Rezeption, Waschkarte und Informations-USB-Stick holen (den ich noch anschauen muss ...) bzw. neuen Duschvorhang (weil beim alten die Farbe abgeht wenn man ihn waschen will) und dann weiter mit dem Bus nach Trondheim in die Stadt.

12:30/13:00: Die Sonne hat an manchen Stellen sogar den Boden erreicht! Heute ist scheinbar ein schöner Tag, der Himmel ist wolkenfrei.

(Ups, fast hätte ich englisch weiter geschrieben ...)
Ich finde die Häuser mit der farbigen Holzverkleidung toll, besonders die roten. :)
In dem Turm im Hintergrund ist angeblich ein Restaurant, in dem man so viel Pizza essen kann wie man will, für einen Fixbetrag. Das Restaurant dreht sich und in einer Stunde sollte man in jede Richtung einmal gesehen haben. Vielleicht schau ich da ja mal hin. ;)

In Trondheim haben wir nach einem langen Netzwerkkabel gesucht und sind danach zur Polizeistation gegangen. Leider war die Immigranten-Abteilung heute geschlossen, ich werde also versuchen morgen um 08:00 dort zu sein. Um diese Uhrzeit beginnt das Ticket-Ziehen und um 09:00 macht die Abteilung dann auf. Wir haben dann noch ein langes Netzwerkkabel gefunden, das ich mir gekauft habe. Mit dem ausgeborgten konnte ich den Laptop nur an die äußere Stelle des Schreibtisches stellen und meine mitgebrachten waren auch zu kurz. Wer macht auch eine Netzwerkdose bei der Türe, wenn das Fenster mit Schreibtisch auf der anderen Seite des Zimmers stehen ...

Danach gings noch zur Service-Stelle des AtB (A to B), damit ich ein Busticket kaufen kann. Ich habe mir gleich eines für 1 Monat genommen, im Winter ist es ja nicht so angenehm zum Campus zu spazieren. Kostet mit Studentenvergünstigung: 350 Kronen = ~ 45 € + 50 Kronen für die Karte, wenn man noch keine hat. Vielleicht geh ich im März schon zu Fuß, im Februar soll es ja bis zu -30 Grad bekommen ... Wir haben dort fast eine Stunde gewartet, als ich bekommen bin war gerade Nummer 983 dran und ich hab 44 bekommen, bei 1000 fängts wieder bei 1 an ...

Noch ein paar Fotos, die ich in der Stadt gemacht habe:









Straßen und Gehwege sind eisig und voll Schnee:

Trotzdem sind Leute mit dem Rad unterwegs:
... man sollte es nur nirgendwo länger stehen lassen:

Als wir nach Hause gekommen sind (~ halb 4?) hat es bereits gedämmert und das Licht sich in Sonnenuntergangsfarben verwandelt.

So, das wars für heute. Ihr könnt mir gerne Kommentare hinterlassen, ich freue mich darüber. =)