Der Skitag am Samstag war ein Event, das von SiT organisiert wurde. Als ich kurz nach 8 das Haus verlassen habe, war es draußen recht windig, es hat geschneit und es war natürlich dunkel. Am Parkplatz standen viele vermummte Gestalten mit dem Rücken zum Wind neben 3 Bussen und haben darauf gewartet, einsteigen zu dürfen. Es hat eine Weile gedauert, bis alle im Bus waren, die Namen mussten überprüft werden, wir hatten ja schon zuvor bezahlt. Um dreiviertel 9 konnten ging es dann endlich los. Anfangs waren in der Landschaft noch ein paar grüne Flecken zu sehen, da es ja in letzter Zeit recht warm war und viel geregnet hat. Doch dann konnten wir schöne verschneite Gebiete und das Meer betrachten. Die Fahrt ging recht lange an einem Fluss entlang. Als ich ein Schild mit einem Elch gesehen habe, das auf den Wildwechsel hinweist, dachte ich noch "Eigentlich schade, dass nach solchen Schildern nur selten Wild zu sehen ist.", doch kurz darauf konnte ich einen Blick auf eine Elchkuh werfen, die zwischen Leitplanke und Fluss gemütlich an einem Ast kaute und sich von dem Bus, der knapp neben ihr vorbei fuhr, nicht stören lies. Mein erster Elch! Für ein Foto waren wir leider zu schnell unterwegs. ;)
Das letzte Stück zum Schigebiet war wie üblich steil und kurvenreich. Die Straße war sehr glatt und an einem Punkt gings auf einmal nicht mehr weiter. Der Bus ist ein Stück zurück gerutscht und es gab einen lauten Rums, als er gegen den Schneeberg am Straßenrand gekracht ist. Es ging nicht mehr vor und nicht zurück. Auch die Türen konnten nicht geöffnet werden, denn beide Türen waren auf der rechten Seiten und der Schneeberg gab nicht nach. Wir waren aber schon am Ziel angekommen - das wurde uns zumindest gesagt, sehen konnte man draußen nicht sehr weit, es war etwas neblig und windig, wir waren froh im Bus warten zu können, wo uns kein Schnee ins Gesicht geweht wurde. Der Busfahrer ist aufgestanden, hat sich umgedreht und ein verlegenes "Ähehe" gelächelt, was mich sehr gut unterhalten hat. ^^ Wir haben uns darüber gewundert, warum die Busse hier keine Schneeketten oder Spikereifen haben, glatte Straßen sind ja nicht unerwartet. Nach einem Anruf sind in kürzester Zeit eine Pistenraupe, ein Auto und ein Schneemobil zu Hilfe geeilt. Die Pistenraupe hat den Bus ein gutes Stück den Berg hinauf gezogen. Sehr spektakulär. Meine Kamera habe ich nicht mit genommen, das war mir zu gefährlich. Aber ich hatte ja noch mein Handy.
Als der Bus den Rest des Weges wieder alleine fort gesetzt hat, dachten wir schon, die Pistenraupe müsste und noch einmal helfen. Auf der Straße stand ein Auto und die Straße war dort nicht breit genug, so dass der Bus stehen bleiben musste. Nachdem der Autofahrer zurück geschoben hat, hat es eine Weile gedauert den Bus wieder in Fahrt zu bringen, aber mit Hin- und Herrutschen hat es ja auch vor unserer Panne schon funktioniert ...
Kurz nach 10 waren wir endlich am Parkplatz angekommen und konnten gerade mal ein paar Autos vor uns und die beiden Busse neben uns erkennen. Kein Wetter bei dem man Lust auf Skifahren oder Snowboarden bekommt. Da die Hütte zum Ausborgen der Ausrüstung recht klein war, wurden immer nur ein paar Leute aufgerufen, die dann zur Hütte geführt wurden. Der Rest musste im Bus warten. Zuerst wurden die Ski ausgegeben, die Snowboards mussten warten. Sie waren aber gut vorbereitet, für jede Person standen schon Ski und Schuhe in passender Größe bereit und in den Schuhen steckte ein Zettel mit dem richtigen Namen. Als ich endlich mein Board bekommen und meine Schuhe umgetauscht hatte, war es schon halb 12. Etwas enttäuschend, um halb 1 war eine Pause mit Grillen eingeplant und um 3 sperren die Lifte zu, um halb 4 sollte der Bus nach Hause fahren. Da ich kein Würstel-Fan bin, habe ich mir Brote mit genommen.
Als mir mein Snowboard gereicht wurde, wurde ich etwas gefragt, ich habe es zwar nicht so ganz verstanden, aber einfach mal geantwortet, dass ich Goofy fahre, also mit dem rechten Fuß vorne fahre. Der Mann hat die Bindungen irgendwie gedreht und ich dachte, das wird so passen. Aber nach ein paar Abfahrten tat mir mein rechten Knie weh und ich dachte mir, wenn mein vorderer Fuß 90° zum Board steht, passt irgendwas nicht. Daher war mir die Pause kurz vor 1 nur recht, ich wollte mir die Bindung drehen lassen. Die Kommunikation war etwas schwierig, der Mitarbeiter meinte, das sind die Standardwinkel, warum ich die drehen lassen will. Danach hat er mir die hintere Bindung drehen wollen, anstatt die vordere. Ich habe auch zugestimmt, dass ich mit dem linken Bein vorne stehe, ich weiß nicht, wie ich darauf stehe, wenn ich nicht gerade fahre, aber ich werd versuchen es mir für nächstes Jahr zu merken ... Nach einigen Verwirrungen waren die Bindungen endlich so gedreht wie sie sein sollten. Ich bin regular gestanden und damit goofy gefahren. *g*
Unterwegs war ich mit einer Schifahrerin aus Finnland, wir sind auch immer zusammen Schlepplift gefahren. Es gab eigentlich nur einen Lift und rechts und links davon eine Abfahrt. Später wurde angeblich ein anderer Lift aufgemacht, nachdem das Wetter dann etwas besser wurde, wir haben ihn aber nicht ausprobiert. Die Pisten waren gut, die eine war zwar sehr flach, aber für die vielen Anfänger unter uns trotzdem steil. Auf der anderen Seite hat es mir besser gefallen, es war steiler und es gab auch einige Stücke mit tiefem Schnee. Der Schnee war überhaupt toll gestern, auch in Moholt.
Beim Schifahren habe ich Stürze nicht leiden können. Man verliert einen Schi oder verdreht sich den Fuß, danach ist es so schwer die Schi wieder in die richtige Position zu bringen. Aber mit dem Snowboard gehören Stürzte für mich irgendwie dazu, sind halt ein paar Purzelbäume und danach gehts weiter. Da trau ich mich auch mal Kurven zu machen, bei denen ich mir nicht sicher bin, dass ich danach noch stehe. ^^ Aber gestern hatte ich 2x wirklich schirche Situationen im Schlepplift. Also mal aus dem Schlepplift rauszufallen passiert halt ab und an, vor allem beim Lernen. Aber so wie gestern ... Einmal hat uns der Typ, der den Bügel reicht, diesen nicht richtig/schnell genug gegeben, Heli - die Schifahrerin - hat ihn gar nicht richtig bekommen und ich hab natürlich versucht alles noch irgendwie zu richten und bin dabei gestürzt. Der Bügel hat sich unter meinen am Board befestigten Fuß gehängt und mich mit nach oben gezogen. Ich hab versucht meinen Fuß so zu halten, dass die Haltung nicht schmerzhaft ist und gleichzeitig versucht den Fuß vom Bügel zu befreien. Leider habe ich sehr lange damit gebraucht, der Lift hat so stark gezogen und im Liegen und Hinterherschleifen war alles sehr anstrengend. Sie haben auch eine Weile gebraucht, bis sie den Lift endlich angehalten haben, aber danach konnte ich mich glücklicherweise unverletzt los machen.
Der zweite Liftunfall war bei unserer letzten Fahrt nach oben, bevor wir die Sachen abgeben wollten. An einem eisigen Stück rutscht man etwas nach rechts und Heli versucht immer nach links zu kommen. Dabei hatte ich das Gefühl, sie drückt mit ihrem rechten Schi stark gegen mein Board und wir sind immer weiter nach rechts gedriftet. Schlussendlich kam ein großer Eisbrocken und wir sind gestürzt. Der Bügel hat sich wieder verfangen und wir sind mit geschleppt worden. Genau an der Stelle hat es wohl auch 2 andere vor uns erwischt, die am rechten Rand lagen. Wir sind in die beiden gekracht, konnten uns aber alle 4 vom Lift befreit und - bis auf blaue Flecken - unverletzt zu Fuß auf den Weg nach oben machen. Gut, dass ich mein Handy im Rucksack besser verstaut habe als sonst, es ist trotzdem ein wenig nass geworden. Es ist bei den Stürzen wohl der Zipp aufgegangen, im vorderen Fach war viel Schnee.
Beim Fahren dachte ich, ich würde einen Muskelkater in den Oberschenkeln bekommen. Aber heute habe ich einen Muskelkater in den Schultern und im Genick. Ob das wohl von meinen verzweifelten Versuchen, mich aus dem Lift zu befreien, kommt?
Nach ein paar Problemen den richtigen Bus zu finden, sind wir endlich im richtig gelandet und es ging sogar etwas früher als geplant - kurz nach viertel 4 - zurück nach Trondheim. Nach einem kurzen Nickerchen im Bus habe ich ein paar Videos von der Fahrt gemacht, da die Aussicht so schön war.
Am Abend bin ich mit Leah nach Steinan - ein anderes Studentendorf - gefahren. Wir haben dort Rebecca besucht und sind danach zusammen auf eine Party gegangen, zu der wir von norwegischen Studenten eingeladen wurden. Die Wohnungen in Steinan sind wirklich nett. Die Zimmer gehen über 2 Stockwerke. Das untere Stockwerk ist ca. so groß wie die Zimmer in Moholt Herman Kragsvei, es gibt dort zusätzlich noch ein Waschbecken, einen Spiegel und eine Couch. Im oberen Stockwerk ist das Bett, der Kasten, der kleine Tisch bzw. stellen die meisten den Tisch nach unten zur Couch und haben oben noch anderes Zeug stehen. Bad und Klo sind getrennt. Nachdem wir - als Austauschstudenten in der Minderheit - dort angekommen sind, hat es ziemlich lange gedauert, bis sich jemand mit uns unterhalten wollte und nicht nur "Entschuldigung" zu uns gesagt hat, weil wir im Weg standen. So sind die Norweger nun mal, ein großer Unterschied zu der Party am Tag zuvor. Aber wir haben uns dann doch mit einigen auf der Party unterhalten, Absinth gekostet und die verrückten Leute mit ihrem Masken beobachtet. Mich würde interessieren ob manche von ihnen auch ohne Alkohol so schräg drauf sind. Einer sah aus wie Thomas Gottschalk, aber den kannte er natürlich nicht. ;)
Nach Hause konnten wir ein Stück mit dem Bus fahren und sind den Rest zu Fuß gegangen. Aber es hat nicht mehr geschneit und war schön zu gehen. Ich habe erwartet nach so einem Tag hundemüde zu sein, aber als ich nach Hause kam habe noch zwei Folgen einer Serie geschaut, bevor ich schlafen gegangen bin. Dafür habe ich es heute ausgenutzt ausschlafen zu können.






































