Ich bin noch nicht ganz 24 Stunden hier, auch wenn es sich länger anfühlt. Aber von Anfang an ...
Am 3. Jänner bin ich kurz nach 8 aufgestanden und habe die letzten Vorbereitungen vor dem Abflug getroffen. Dazu gehörte unter anderem ein Anruf bei SIT um in Erfahrung zu bringen, ob ich eine Keybox bekommen habe. Da ich außerhalb der Öffnungszeiten der Rezeption angekommen bin, habe ich eine angefordert um meinen Schlüssel noch am gleichen Abend abholen zu können. Obwohl ich am 11.12. eine E-Mail geschickt habe, die ich etwa 2 Wochen später noch einmal geschickt habe, habe ich keine Antwort bekommen. Nach mehrmaligen Anrufen hatte ich glücklicherweise meinen Keybox PIN. Die Mails sind bei mir im Spam-Ordner gelandet. (Ich schau den zwar durch, aber weder der Name noch der Betreff "VS: Schwab 3.1" wirkten auf mich "normal" genug um die Mail genauer zu betrachten.)
Meine Mutter und meine Schwester sind kurz nach 10 bei mir angekommen und wir sind etwas später zum Flughafen aufgebrochen. Koffer abgeben, Geld wechseln, Mozartkugeln kaufen, ein gemeinsames Essen, danach hieß es Abschied nehmen. Schnell noch ein kleines Wörterbuch kaufen und ab zum Gate. Wartezeit hatte ich die ganze Reise über keine (außer in Schlangen natürlich). Auch in Oslo, ist sich alles genau ausgegangen, ich habs gerade noch geschafft mir ein Sandwich zu kaufen, als ich zum Gate kam hatte das Boarding für den Anschlussflug schon wieder begonnen. Als ich auf meine Koffer in Oslo gewartet habe, ist mir die Linie aufgefallen:
Die meisten haben sich daran gehalten und das Koffer holen war dadurch weniger stressig als sonst. Man konnte den Koffer auch ohne Drängeln neben dem Band verfolgen. Sonst stehen meistens alle sehr nah am Band.
In Trondheim habe ich meine Koffer durch den Schnee zum nächsten Taxi gezogen und danach bange das Taxometer beobachtet. Ich hatte mir eingebildet irgendwo stand die Fahrt würde ca. 300 NOK kosten, es waren dann aber fast 700 NOK ( 90 €). Dafür wurde ich direkt vor der Rezeption abgesetzt. In der Keybox war außer dem Schlüssel noch eine Karte von Moholt, in der der Weg zu meinem Zimmer eingezeichnet war. Leider fiel es mir schwer mich zu orientieren und ich wusste nicht, in welche Richtung ich mich wenden muss um der eingezeichneten Straße zu folgen, Straßennamen waren auch nicht eingezeichnet. Nachdem ich ein (kleines) Stück in jede Richtung gegangen bin, (ich habe mich schon wie ein Zugpferd gefühlt) habe ich ein Auto aufgehalten und nach dem Weg gefragt. Ich musste auf die andere Seite der Hauptstraße ... meine Hand tat weh, beide Koffer in einer ziehen ging kaum, ich war schon schweißgebadet und hab oft Verschnaufpausen eingelegt. Ein deutscher Student, der am gleichen Tag, aber schon in der Früh angekommen ist und gerade mit seinem Vater spazieren war, hat mir dann mehr als die Hälfte des Weges einen Koffer getragen und beim Weg finden geholfen. (Danke!)
Die letzte Hürde, beide Koffer in den 3. Stock zu tragen, habe ich auch noch irgendwie hinter mich gebracht und dann war ich endlich in meiner Unterkunft für die nächsten 5 Monate. Kurz nachdem ich die Tür geöffnet habe wurde ich auch schon mit einem überraschten: "Oh, hello!" begrüßt. Jonathan aus Afrika ist im Moment mein einziger Mitbewohner. Er meint er wohnt schon seit 1 1/2 Jahren hier (er macht seinen Master hier) und weil im Sommersemester eher weniger Leute kommen hat er erwartet, dass er dieses Semester ganz alleine in dem Apartment wohnt. Er hat mir Bettzeug gegeben, das vorige Mitbewohner zurück gelassen haben, mir gleich erklärt wie die Heizung funktioniert, ich hab ein Netzwerkkabel von ihm bekommen, das ich mir ausborgen konnte und in der Küche sind auch genügend Teller, Besteck, Pfannen ... vorhanden.Ich scheine eines der beiden angenehmeren (leiseren) Zimmer zu haben. In seinem Zimmer hört man wenn jemand im Stiegenhaus ist und in dem Zimmer neben mir hört man wenn jemand bei uns oder über uns das Bad benutzt. Unser Haus liegt ein gutes Stück von der Straße entfernt, es ist sehr ruhig. Die Aussicht von meinem Fenster aus:
Ich mag die Aussicht. Es kommen hier auch ab und zu Leute vorbei, mit Bob und Kind, mit Hund, mit Rad ... wenn ich am Schreibtisch sitze schaue ich direkt aus dem Fenster. Das Foto habe ich übrigends heute morgen um dreiviertel 10 gemacht. Es ist um die Uhrzeit zwar nicht dunkel, aber auch nicht hell, die Sonne ist nicht zu sehen. Vor allem wenn die Vorhänge zu sind ist es dunkel im Zimmer und nicht sehr motivierend auf zu stehen. Geschlafen habe ich nicht so schlecht. Gestern Abend habe ich sehr viel Zeit damit verbracht den Schaumstoff im Überzug, der auf der Matraze liegt und wohl dafür sorgt, dass man die Federn nicht spürt, zu richten. Der Schaumstoff ist zu groß für den Überzug und war ganz faltig ... wie konnte da jemand drauf schlafen? Schlussendlich habe ich die Falten auf den Rand beschränkt und sie beim Liegen nicht mehr gespürt. In der Nacht bin ich einmal aufgestanden um die Heizung einzuschalten. Leider schaltet die sich nach 3 Stunden wieder automatisch aus und man muss neu einschalten.
Heute morgen wollte ich gleich einkaufen gehen und danach Frühstücken, aber Jonathan hat mich mit Brot, Margarine und Marmelade versorgt, also haben wir zusammen gefrühstückt und sind dann gemeinsam weg gegangen. Zuerst zur Rezeption, die aber leider noch zu hatte, dann einkaufen in den Rema 1000 Markt. Auch ein Plastiksackerl konnte ich mir dafür ausborgen. Ich habe um 296.50 Lebensmittel gekauft, 300 Kronen her gegeben und nichts zurück bekommen. Zuerst dachte ich, dass ich womöglich nur Rückgeld gibt, wenn mehr Differenz bleibt, aber dann habe ich gelernt, dass es einen Rückgeldautomaten gibt. Man gibt das Geld also dem Kassier und das Rückgeld fällt dann aus dem Automaten bei der Kasse - interessant. Der einzige normale Honig war in einer sehr kleinen Plastikflasche und hat 44.50 (5,7 €) gekostet, ich werde wohl sparsam damit umgehen und habe mir dafür ein halbes Kilo Glas Marmelade mit genommen. Ich habe ein Kilo Brot gekauft, das ist einerseits billiger, andererseits weiß ich gar nicht, ob es dort ein halbes Kilo gegeben hätte. Das Brot lagert jetzt im Kühlschrank, damit es länger hält. Wieder etwas dazu gelernt.
Um 11 waren die Straßenlaternen schon abgedreht und Spuren von Sonne sichtbar:
Angeblich ist Dienstag ein toller Tag um auf die Polizeistation zu gehen und ein Resident Permit zu beantragen. Jonathan hat sich auch wieder gleich bereit erklärt mit zu kommen, also zuerst noch einmal zur Rezeption, Waschkarte und Informations-USB-Stick holen (den ich noch anschauen muss ...) bzw. neuen Duschvorhang (weil beim alten die Farbe abgeht wenn man ihn waschen will) und dann weiter mit dem Bus nach Trondheim in die Stadt.
12:30/13:00: Die Sonne hat an manchen Stellen sogar den Boden erreicht! Heute ist scheinbar ein schöner Tag, der Himmel ist wolkenfrei.
(Ups, fast hätte ich englisch weiter geschrieben ...)
Ich finde die Häuser mit der farbigen Holzverkleidung toll, besonders die roten. :)
In dem Turm im Hintergrund ist angeblich ein Restaurant, in dem man so viel Pizza essen kann wie man will, für einen Fixbetrag. Das Restaurant dreht sich und in einer Stunde sollte man in jede Richtung einmal gesehen haben. Vielleicht schau ich da ja mal hin. ;)
In Trondheim haben wir nach einem langen Netzwerkkabel gesucht und sind danach zur Polizeistation gegangen. Leider war die Immigranten-Abteilung heute geschlossen, ich werde also versuchen morgen um 08:00 dort zu sein. Um diese Uhrzeit beginnt das Ticket-Ziehen und um 09:00 macht die Abteilung dann auf. Wir haben dann noch ein langes Netzwerkkabel gefunden, das ich mir gekauft habe. Mit dem ausgeborgten konnte ich den Laptop nur an die äußere Stelle des Schreibtisches stellen und meine mitgebrachten waren auch zu kurz. Wer macht auch eine Netzwerkdose bei der Türe, wenn das Fenster mit Schreibtisch auf der anderen Seite des Zimmers stehen ...
Danach gings noch zur Service-Stelle des AtB (A to B), damit ich ein Busticket kaufen kann. Ich habe mir gleich eines für 1 Monat genommen, im Winter ist es ja nicht so angenehm zum Campus zu spazieren. Kostet mit Studentenvergünstigung: 350 Kronen = ~ 45 € + 50 Kronen für die Karte, wenn man noch keine hat. Vielleicht geh ich im März schon zu Fuß, im Februar soll es ja bis zu -30 Grad bekommen ... Wir haben dort fast eine Stunde gewartet, als ich bekommen bin war gerade Nummer 983 dran und ich hab 44 bekommen, bei 1000 fängts wieder bei 1 an ...
Noch ein paar Fotos, die ich in der Stadt gemacht habe:
Straßen und Gehwege sind eisig und voll Schnee:
Trotzdem sind Leute mit dem Rad unterwegs:
... man sollte es nur nirgendwo länger stehen lassen:
Als wir nach Hause gekommen sind (~ halb 4?) hat es bereits gedämmert und das Licht sich in Sonnenuntergangsfarben verwandelt.
So, das wars für heute. Ihr könnt mir gerne Kommentare hinterlassen, ich freue mich darüber. =)
Juhu! Hoff du verlierst nicht die Motivation Blogeinträge zu schreiben ;)
AntwortenLöschenFreu mich auf weitere Nachrichten und natürlich auf Fotos!
lg, Andrea
Ich find die Fotos Klasse - Wie in einem Schneemärchenland!
AntwortenLöschenHuhu!
AntwortenLöschenVielen Dank für den Link zu deinem Blog. =)
Wenn ich die Zeit finde an den PC zu gehen werde ich bestimmt hier reinschauen was es alles Neues bei dir gibt.
Und ganz ganz tolle Fotos hast du da gemacht. =)
Viele liebe Grüsse, Fretti